Donnerstag, 03 November 2011 12:42

Zwischen Trotzphase und Schulangst

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Erziehung ist kein Kinderspiel: Ein neuer Ratgeber gibt Eltern Tipps. Vom richtigen Maß an Fürsorge bis zum Medienkonsum.

 

"Mein Kind tanzt mir auf dem Kopf herum!" Eine Aussage, mit der die Psychiaterin Maria Brunner-Hantsch oft konfrontiert ist. "Kinder zu erziehen wird tatsächlich immer schwieriger", sagt sie. Viele Eltern leisten beispielsweise Überstunden im Job, Kinder kommen früh in Kontakt mit einer schnellen multimedialen Welt. Die Analyse der Psychiaterin: "Es sind zwei Extreme. Viele Kinder sind sich selbst überlassen, andere werden von ängstlichen Eltern überbehütet." Deshalb hat sie mit Philip Streit, dem Vorstand des Institutes für Kind, Jugend und Familie, nun einen Ratgeber für Eltern herausgegeben. Einige Tipps im Überblick.

Wie trotzig dürfen Kleinkinder sein? In der "Trotzphase" lernen sie, sich von der Umwelt abzugrenzen. Lassen Sie Ihr Kind im sicheren Rahmen das "Neinsagen" üben. Überfordern Sie Ihr Kind aber nicht mit vielen Entscheidungen.

Was dürfen Kindergartenkinder entscheiden? Sie dürfen zwischen Alternativen wählen: "Willst du einen Apfel oder eine Banane?" In wichtigen Dingen entscheiden die Eltern. Dabei brauchen Kinder keine unendlichen Erklärungen. Sagen Sie ruhig: "So ist es!" Von Ihnen lernt Ihr Kind, wie man Entscheidungen trifft.

Wie behütet müssen Kinder sein? Sehr. Trotzdem brauchen sie Raum für eigene Erfahrungen. Wie Sand zwischen den Zähnen schmeckt, kann etwa ein wichtiges Erlebnis sein. Werden Kinder überbehütet, können sie das Vertrauen in ihre Fähigkeiten verlieren. Müssen Kinder ständig unterhalten werden? Nein. Denn nur wenn Ihrem Kind langweilig ist, kann es kreativ werden. Wenn es etwa vom Fernseher eingelullt wird, hat es keine Lust zu zeichnen.

Angst vor der Schule? Üben Sie gemeinsam, damit Ihr Kind sieht, dass Übung dazugehört. Fördern Sie seine Stärken, damit es Erfolgserlebnisse hat. Was die Schwächen betrifft: Trauen Sie ihm klar zu, dass es eine schwierige Aufgabe trotzdem schafft.

Wie viel Medienkonsum darf sein? Kinder vor der Pubertät sollten maximal eine Stunde pro Tag vor Fernseher oder PC sitzen. Wichtig: Eltern müssen genau wissen, was ihre Kinder anschauen.

 

ELISABETH PÖTLER Kleine Zeitung, 26.11.2011

Gelesen 632 mal Letzte Änderung Donnerstag, 22 Dezember 2011 11:38
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